- Sicherheitsaspekte und Vorkehrungen für mögliche Übergriffe -
Der gewählte Lagerplatz verfügte an drei Seiten über natürliche Hindernisse. Der vorbeifließende Rheinstrom auf der nord-östlichen, das Sumpfgebiet an der westlichen und die Erft an der südlichen Seite boten eine Sicherheit vor überraschenden Angriffen. Somit benötigte man zu Anfang nur einen Schutz auf der offenen süd-westlichen Seite. Die vollständige Umschließung des neuen Lagerareals hatte dann nächste Priorität. Mit der Fertigstellung verfügte der neue Lagerplatz über ausreichende Sicherheit für die nachfolgenden römischen Einheiten.
Für die Rekonstruktion einer möglichen Lagerumwehrung des ersten Neusser Feldlagers ist von Bedeutung, dass bei Lagerumwehrungen an Flußläufen ein bewährtes Anlegeschema wiederholt übernommen wurde. Der nicht erfasste Teil des Lagers könnte bis an das westlich gelegene Sumpfgelände gereicht haben. Wenn man die Konturen der später errichteten Feldlagern in die Überlegungen einbezieht und die Formen der beiden Lager Anreppen und Beckinghausen an der Lippe genauer betrachtet, so ergibt sich eine mögliche polygome Form der ersten Lagerumwehrung.
Ergänzte Lagerform des Standlagers - A -
Mögliche Größe 650 mal 280 Meter
Lagerform des Standlagers Anreppen
Abb. 3 Die Vergleiche der beiden Lagerformen von Anreppen und Novaesium
Der vorbeifließende Rheinstrom mit einer natürlichen Ausbuchtung war für die Standortplanung von ausschlaggebender Bedeutung. Somit war sichergestellt, dass von der Wasserseite aus Nachschub, eine eventuelle Flucht oder ein Ausfall möglich waren. Ein ähnliches strukturiertes römisches Feldlager gab es in Anreppen an der Lippe aus der Zeit der Germanenoffensive - Abb. 3 -.